EXIF-Daten - eine wahre Goldgrube für die eigene Qualitätskontrolle

Motivation

siehe hier.
Für meine eigene Qualitätskontrolle schreibe ich in der digitalen Dunkelkammer einzelne Exif-Daten in eine Kopie der SooC JPGs. Damit habe ich beim Durchsehen der Bilder gleich wichtige Daten bzgl. der Aufnahme im Blick.
Bitte auf das Bild klicken um die Werte lesbarlich zu machen.

Exif-Daten die relevant für Schärfe sein können

Erklärungen zur Anzeige:
  • LV - Lichtwert: der für LV angegebene Wert verhält sich umgekehrt zu meiner empfundenen Helligkeit. Je größer die Werte des Belichtungsdreiecks sind (offener die Blende, mathematisch länger die Belichtungszeit und größer die Verstärkung / ISO ist) desto größer ist der Wert für LV. Für eine Belichtungsreihe, die ich im Rahmen der Kalibrierung bei der Untersuchung zum Zonensystem in der digitalen Fotografie durchgeführt habe war für Zone 0, als der dunkelsten Zone, ein LV von 15,6 in den Exif-Daten angegeben. Im Gegensatz dazu lag der LV-Wert bei der hellsten Zone X bei 5,7. Der Unterschied von 9,9 im LV-Wert entspricht den 10 Blendenstufen Unterschied aus dem Zonensystem.
  • 1/800s: dies ist die Belichtungszeit
  • Verh. 28.6: Verhältnis von Brennweite (entsprechend Kleinbildformat) zur (matchematischen) Belichtungszeit oder einfacher hier für dieses Beispiel 29 / 800. = 28,6. Je kleiner dieses Verhältnis ist, desto größer ist die Möglichkeit, dass Bewegungen der Kamera eine Bewegungsunschärfe im Bild verursachen. Einfluss auf den persönlichen "Grenzwert" hat wie ruhig die Hand des Fotografen ist und wie gute die Bildstabilisation von Kamera und/oder Objektiv ist. Minimale Werte von 2-3 sind nicht unüblich.
  • ISO 200: Standard-Wert für meine Kamera
  • OIS Dual2IS: Bildstabilisation 2. Generation mit Stabilisator in Kamera und Objektiv
  • Timer Off: Selbstauslöser wurde nicht verwendet. Die Verwendung des Selbsauslösers könnte auf die Nutzung eines Stativs hindeuten. Ob tatsächlich ein Stativ verwendet wurde, ist für meine Kameras nicht aus den Exif-Daten ersichtlich.
  • Shutter Mechanical: ein mechanischer Verschluss erzeugt einen minimalen Bewegungsimpuls
  • AF Auto: Autofokus war aktiv
  • 1-area: Einfeld-Autofokusmodus
  • Hilfsl. not used: Das Hilfslicht der Kamera wurde nicht verwendet. Die Lichtsituation hat das Hilfslicht für den Kontrast-Autofokus nicht erforderlich gemacht. Aktiviertes Hilfslicht kann darauf hindeuten, dass der AF Probleme hatte.
  • Flash Off: Blitz wurde nicht verwendet. Die Kamera verfügt über keinen eingebauten Blitz.
  • Hyperf.Disst. 3.73m: Die Hyperfokale Distanz für die Auflnahme, d.h. ist der liegt der Fokuspunkt auf der hyperfokalen Distanz sind alle Motivanteile von der halben Entfernung bis unendlich "ausreichend" scharf - d.h. keine Unschärfe erkennbar.
  • 28 mm KB: Brennweite entsprechend dem Kleinbildformat. Der Wert ist hier rot markiert, da die Brennweite sehr nahe am niedrigen Ende für dieses Motiv liegt. Oft liesthört man Tipps nicht die Grenzwerte der Brennweiten von Teleobjektiven zu nutzen.
  • f/3.5 (3.5): eingestellte Blende von 3.5 bei einer Offenblende von 3.5 für die eingestellte Brennweite. Der Wert ist in rot markiert, da es oft die Empfehlung gibt für schärfere Bilder 1-2 Blendenstufen abzublenden.
  • Roter Kreis: Sofern der Fokuspunkt, hier standardmäßig in der Mitte des Ausschnitts so gewünscht ist, passt das. Passt der Kreis nicht zur Intention des Fotografen, könnte der Fokuspuntk zunächst auf dem Motiv gelegen haben und dann hat der Fotograf wegen der Bildkomposition geschwenkt - dabei kann des zu ungewollten Bewegungen der Kamera und damit zum Verschieben des Fokus-Punkts kommen. Liegt der Fokuspunkt außerhalb der Mitte, kann das darauf hindeuten, dass der Fotograf den punkt bewusst dorthin platziert hat - dann wäre der Kreis weiß.
Fazit für mich als Fotograf dieses Bildes:
  • Ich hätte entweder eine größere Brennweit nutzen können oder mich mit dem Fußzoom etwas weiter weg bewegen können um zu vermeiden zu weit an der unteren Grenze der Brennweite des Objektivs zu sein.
  • Ich hätte zwei Blenden abblenden können anstatt mit der Offenblende zu arbeiten. Aus 1/800s Belichtungszeit wären dann 1/200s geworden. Das Verhältnis wäre dann mit ca. 7 immer noch gut genug gewesen.
  • Zur Erklärung kann ich eigentlich nur anführen, dass unser Hund selten lange still hält und ich daher schnell fotografieren musste. Wobei das keine Entschuldigung für die Offenblende ist, denn bei Blendenvorwählt hätte ich die schon vorher besser einstellen können.
Bitte auf das Bild klicken um die Werte lesbarlich zu machen.

Sonstige Exif-Werte

Da ich schon dabei war ein Scirpt bzgl. der Schärfe zu schreiben, habe ich gleich noch eins für allgemeine Werte erstellt.
  • DC-G9: die offizielle Bezeichnung der Kamera
  • 14-140mm F3.5-5.6: das verwendete Objektiv. Hier also das 14-140mm Zoomobjektiv mit Brennweiten-Angabe im MFT-Format
  • LV: Lichtwerte - siehe oben
  • A 0 EV: A - Blendenvorwahl. 0EV - Standard-Belichtung nach internem Belichtungsmesser
  • ISO 200: Standard-Wert für die G9
  • Adobe RGB: einstellter Farbraum
  • 5500k: Farbtemperatur
  • WB Auto: Automatischer Weißabgleich war aktiv
  • Bracket off: Bracketing war nicht aktiv. Also weder eine Serienbildaufnahme, noch eine Fokus-, Blenden, Belichtungsreihe
  • Roll -1.7: von einem optisch schiefen Horizont geht 1,7° auf die Haltung der Kamera durch den Fotografen
  • Pitch -8.1: Die Kamera war 8.1° nach unten geneigt.
  • Metering Multi-Segment: Modus des kamera-internen Belichtungsmessers.
  • RGB Level: Relative Verstärkungen von R, G und B. G ist mit 1024 die Referenz. Rot wurd also etwa mit Faktor 2,2 und Blau mit Faktor 1,9 verstärkt um den Weißabgleich für das SoocJPG zu erreichen. Die Raw-Daten müssen im Raw-Entwickler noch um diese Werte verstärkt werden.